1. Der Umweltbegriff bleibt vage
Wörter wie „grün“, „natürlich“, „umweltschonend“ oder „bewusst“ erklären ohne Zusatz nicht, welche Eigenschaft gemeint ist. Eine belastbare Aussage nennt Material, Anteil, Lebenszyklus oder eine andere überprüfbare Größe.
2. „Weniger“ hat keinen Vergleich
„Weniger Plastik“ ist erst aussagekräftig, wenn klar ist, womit verglichen wird. Achte auf Ausgangsprodukt, Prozentwert, Bezugsmenge und Zeitraum.
3. Das Siegel führt nur zurück zum Hersteller
Ein rundes Symbol mit Blatt kann wie eine Zertifizierung wirken. Prüfe den Namen, den Herausgeber, öffentlich einsehbare Kriterien und die Art der Kontrolle. Fehlt das alles, ist es eher Gestaltung als Beleg.
4. Ein kleiner Vorteil steht für das ganze Produkt
Eine recycelte Umverpackung macht noch keine Aussage über Rezeptur, Herstellung, Transport oder Nutzungsdauer. Prüfe genau, auf welchen Bestandteil sich das Versprechen bezieht.
5. Naturbilder ersetzen Produktdaten
Erdfarben, Wassertropfen und Pflanzenmotive sind keine Umweltinformation. Wenn die Vorderseite emotional bleibt, suche auf Rückseite oder Produktseite nach präzisen Angaben.
6. Kompensation verdeckt die eigentliche Emission
Bei Klimawerbung solltest du erkennen können, welche Emissionen berechnet wurden, welche reduziert wurden und was lediglich kompensiert wird. Eine einzelne neutrale Formulierung sagt darüber wenig.
7. Der Nachweis ist nicht auffindbar
Ein QR-Code oder eine Fußnote hilft nur, wenn dahinter verständliche Kriterien, Daten und Verantwortlichkeiten stehen. Ein Link zu einer allgemeinen Nachhaltigkeitsseite belegt keine konkrete Produkteigenschaft.
Der schnelle Gegencheck im Laden
- Markiere die genaue Aussage: Was soll besser sein?
- Suche Bezugsgröße, Zeitraum und betroffenen Produktteil.
- Prüfe Siegelgeber oder Quelle unabhängig vom Hersteller.
- Vergleiche die Aussage mit Nutzung und Lebensdauer.